Warum Corporate Podcasts 2026 im Kommunikationsmix unverzichtbar sind

Rund 40 Prozent der deutschen Bevölkerung hören regelmäßig Podcasts. Bei den 18- bis 34-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei knapp 60 Prozent. Seit der Corona-Pandemie und dem Homeoffice-Boom hat sich das Medium Podcast endgültig im Alltag etabliert – beim Pendeln, beim Sport, bei der Hausarbeit. Für Unternehmen eröffnet das eine Chance: Mit einem Corporate Podcast erreichen Sie Ihre Zielgruppe genau dort, wo klassische Kanäle längst nicht mehr ankommen.

Zwischen 2024 und 2026 launchen auffallend viele DAX-Konzerne und Mittelständler eigene Corporate Podcasts. Der Grund liegt auf der Hand: Audio schafft Nähe, transportiert Tonfall und Emotion und erreicht Menschen in Momenten, in denen weder Video noch Text funktionieren. Ob interne Kommunikation für Mitarbeitende an verschiedenen Standorten oder externes Thought Leadership für Kunden und Bewerber – der Podcast wird zum strategischen Werkzeug.

Bevor wir in die Praxis einsteigen, eine wichtige Anmerkung: Die Begriffe Corporate Podcast und Branded Podcast werden häufig verwendet, aber im weiteren Verlauf dieses Leitfadens detailliert erklärt und voneinander abgegrenzt.

Dieser Leitfaden richtet sich an Kommunikationsverantwortliche, Marketing-Teams und Entscheider in Unternehmen, die Podcasts strategisch einsetzen möchten.

Was Sie in diesem Leitfaden lernen:

  • Was einen Corporate Podcast von einem Branded Podcast unterscheidet
  • Welche Ziele und KPIs für Ihr Format relevant sind
  • Wie erfolgreiche Organisationen ihre Podcasts aufbauen und vermarkten
  • Konkrete Schritte für die Produktion Ihres eigenen Formats in 2025/2026
Das Bild zeigt eine Person mit Kopfhörern, die konzentriert an einem modernen Arbeitsplatz sitzt und an einem Unternehmens-Podcast arbeitet. Im Hintergrund sind digitale Tools und Notizen sichtbar, die auf die Themenvielfalt und die Expertise im Bereich Unternehmenskommunikation hinweisen.

Was ist ein Corporate Podcast? Definition, Ziele und Einsatzfelder

Ein Corporate Podcast ist ein Audioformat, das von einem Unternehmen konzipiert, produziert und verbreitet wird. Anders als bei Hobby-Podcasts oder unabhängigen Medienproduktionen steht hier ein strategisches Unternehmensziel im Vordergrund – sei es Markenaufbau, Employer Branding oder interne Wissensvermittlung.

Der Begriff wird oft synonym mit „Unternehmens-Podcast” oder „Business-Podcast” verwendet. Die Bandbreite reicht von High-End-Produktionen mit externen Agenturen bis zu einfachen Inhouse-Aufnahmen mit USB-Mikrofon.

Definition Corporate Podcast:
Ein Corporate Podcast ist ein Format, das ein Unternehmen als Absender klar erkennbar macht. Die Marke steht im Vordergrund, etwa durch Hosts aus dem eigenen Team oder CEOs als Gesprächspartner.

Externe vs. interne Corporate Podcasts:

Typ

Zielgruppe

Typische Inhalte

Distribution

Extern

Kunden, Bewerber, Öffentlichkeit, Investoren

Thought Leadership, Produktgeschichten, Branchentrends

Spotify, Apple Podcasts, Website

Intern

Mitarbeitende, Standorte, Führungskräfte

CEO-Updates, Onboarding, Kulturvermittlung

Intranet, Mitarbeiter-App, private Feeds

Typische Kommunikationsziele:

  • Markenaufbau: Positionierung als Experte in der Branche, Stärkung der Markenwahrnehmung bei Hörer und Hörerinnen
  • Employer Branding: Einblicke hinter die Kulissen, Karrieregeschichten, Unternehmenskultur greifbar machen
  • Kundenbindung: Regelmäßiger Kontakt mit bestehenden Kunden, Vertiefung der Beziehung über reine Transaktionen hinaus
  • Thought Leadership: Positionierung von Führungskräften als Vordenker zu Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Innovation
  • Interne Information: Ersatz oder Ergänzung von Town Halls, Updates für Remote-Arbeit und Schichtbetrieb

Konkrete Zielgruppen im Überblick:

  • Endkundschaft und B2B-Partner, die Expertise und Vertrauen suchen
  • Journalisten und Analysten, die Hintergrund-Informationen benötigen
  • Investoren, die Strategieverständnis aufbauen wollen
  • Mitarbeitende in Produktion, Verwaltung und Remote-Teams, die asynchron erreicht werden müssen

Vorteile und Ziele von Corporate Podcasts:
Corporate Podcasts können ein effektives Mittel im Marketing-Mix sein, um die eigene Zielgruppe auf anderem Weg zu erreichen oder ganz neue zu erschließen. Sie zielen vor allem auf Imagepflege sowie Personalmarketing ab. Mit einem Corporate Podcast können Unternehmen die Marke bekannter machen oder stärken, die Kundenbindung erhöhen und das Recruiting verbessern. Ein erfolgreicher Unternehmens-Podcast stärkt die Markenbindung, etabliert Unternehmen als Experten und bietet einen direkten Draht zu den Zielgruppen. Zudem können Mitarbeiter mit ins Boot geholt werden, und Podcasts unterstützen die Unternehmenskommunikation, indem sie Informationen über neue Strategien oder Produkte bereitstellen. Ein Corporate Podcast kann genutzt werden, um Insights in den Unternehmensalltag und -entscheidungen zu geben.

Nachdem Sie nun die Grundlagen und Vorteile von Corporate Podcasts kennen, betrachten wir im nächsten Abschnitt die Unterschiede und die strategische Einordnung von Corporate und Branded Podcasts.

Corporate Podcast vs. Branded Podcast: Unterschied und strategische Einordnung

Die Begriffe „Corporate Podcast” und „Branded Podcast” werden oft vermischt. Für eine klare Strategie lohnt sich die Unterscheidung: Ein Corporate Podcast rückt das Unternehmen als Absender in den Vordergrund. Ein Branded Podcast stellt dagegen ein Thema und dessen Nutzwert für die Zuhörer in den Fokus – die Brand bleibt dezent im Hintergrund.

Definition Branded Podcast:
Ein Branded Podcast ist ein Podcast, der von einer Marke oder einem Unternehmen in Auftrag gegeben oder produziert wird. In einem Branded Podcast stehen das Thema und qualitativ hochwertiger Content im Mittelpunkt, während die Marke oft nur am Anfang oder Ende des Podcasts erwähnt wird. Branded Podcasts positionieren Unternehmen als wichtige Stimme, ohne die eigene Marke in den Vordergrund zu stellen.

Corporate Podcast – Merkmale:

  • Starke Markenpräsenz durch Name, Logo und Hosts aus dem Unternehmen
  • Typische Formate: CEO-Interviews, Mitarbeiterstories, Behind-the-Scenes, Strategieerklärungen
  • Der Absender ist offensichtlich: „Der Podcast von [Unternehmensname]”
  • Ziel: Vertrauen, Loyalität, Identifikation mit dem Unternehmen

Branded Podcast – Merkmale:

  • Subtileres Branding: Logo im Cover, Claim im Intro/Outro, aber keine dominante Unternehmenspräsenz
  • Inhalte: Ratgeber, Experteninterviews, Storytelling rund um ein Kernthema
  • Der Fokus liegt auf Mehrwert für die Hörer, nicht auf Selbstdarstellung
  • Ziel: Reichweite, Inbound-Marketing, Lead-Nurturing

Wo wirken die Formate im Marketing-Funnel?

Phase

Corporate Podcast

Branded Podcast

Awareness

Bedingt (eher Bestandskunden)

Stark (breite Themen ziehen neue Hörer an)

Consideration

Stark (Vertrauen, Einblicke)

Mittel (Expertise demonstrieren)

Decision

Stark (Beziehung, Loyalität)

Mittel (weiterführende Inhalte)

Retention

Sehr stark

Mittel

Entscheidungsfrage für Ihr Format:

Wollen Sie primär bestehende Beziehungen vertiefen und Ihre Unternehmenskultur zeigen? → Corporate Podcast

Wollen Sie eine breite Zielgruppe zu einem Thema wie Gesundheit, Ernährung oder Digitalisierung erreichen und neue Leads generieren? → Branded Podcast

Praktische Empfehlungen:

  • Interner Transformationsprozess, Change Management → Corporate Podcast mit klarer Führungsstimme
  • Branchenweite Expertise zu Nachhaltigkeit, KI oder neuen Geschäftsmodellen → Branded Podcast mit externen Gästen
  • Kombination: Manche Unternehmen fahren zweigleisig und bedienen beide Formate für unterschiedliche Ziele

Nachdem wir die Unterschiede betrachtet haben, sehen wir uns nun an, wie Unternehmen Podcasts in der Praxis umsetzen.

Corporate Podcast in der Praxis: Beispiele und Formate

Theorie ist gut, Praxis besser. Reale Beispiele aus dem DACH-Raum zeigen, wie Unternehmen das Format nutzen – von Handel über Automobil bis Gesundheit und Tech.

Typische Formate im Überblick

  • Interview: Host im Gespräch mit Gästen (intern oder extern). Ideal für Thought Leadership und Storytelling.
  • Magazin: Mehrere kurze Segmente pro Folge – News, Tipps, Interviews. Passt gut für regelmäßige Unternehmens-Updates.
  • Serien-Storytelling: Mehrteilige Erzählung zu einem Thema, etwa einer Produktentwicklung oder einem Change-Prozess. Für komplexe Themen, die Tiefe brauchen.
  • Monolog-Impuls: Eine Person spricht 5–15 Minuten zu einem Thema. Effizient für CEO-Updates oder kurze Lern-Einheiten. Weitere Informationen zu professionellen Podcast Services für Unternehmen finden Sie hier.

In den folgenden Unterkapiteln schauen wir uns konkrete Corporate-Podcast-Beispiele an: interne Formate wie bei Audi oder der PKV sowie externe Formate wie „O-TON” von OTTO oder Podcasts von Rewe Digital.

Das Bild zeigt ein professionelles Podcast-Studio mit mehreren Mikrofonen und Kopfhörern auf einem Tisch, ideal für die Produktion von Unternehmens-Podcasts. Im Hintergrund sind akustische Kulissen zu sehen, die eine optimale Klangqualität für die Zuhörerinnen und Zuhörer gewährleisten.

Interne Corporate Podcasts: Audi, PKV und andere Best Practices

Stellen Sie sich ein Industrieunternehmen mit mehreren Standorten vor – Produktion, Verwaltung, Logistik. Seit 2024 erscheint monatlich ein interner Mitarbeiter-Podcast, etwa 15 Minuten pro Folge. Das Team aus der Unternehmenskommunikation produziert die Episoden in einem einfachen Inhouse-Studio.

Typische Inhalte:

  • Unternehmensnews und Strategie-Updates direkt von der Geschäftsführung
  • Standort-Updates: Was passiert in Werk A, was in Büro B?
  • Interviews mit Werksleitern, Projektteams oder Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen
  • Event-Tipps, Sicherheitshinweise, HR-Themen wie neue Benefits oder Weiterbildungsangebote

Wirkung auf die Organisation:

Der Podcast fördert Mitarbeiterbindung und Identifikation. Menschen an verschiedenen Standorten fühlen sich informiert und eingebunden – auch wenn sie nicht an der Betriebsversammlung teilnehmen konnten. Die Führungskräfte werden nahbarer, weil ihre Stimme regelmäßig zu hören ist.

Praktische Umsetzung:

  • Aufnahme mit USB-Mikrofon in einem ruhigen Besprechungsraum
  • Hosting über Plattformen wie Podigee oder Podcaster.de mit privatem Feed
  • Distribution via Intranet, Microsoft Teams oder eine Mitarbeiter-App
  • Länge: 10–20 Minuten, um in eine Pause oder den Arbeitsweg zu passen

Erfolgsmessung:

  • Abrufzahlen pro Episode und Standort
  • Verweildauer (wie viel Prozent der Folge wird gehört?)
  • Kurze Feedback-Umfragen nach ausgewählten Episoden
  • Qualitative Rückmeldungen in Betriebsversammlungen oder Team-Meetings

Unternehmen wie die PKV (Private Krankenversicherung) oder Automobilhersteller nutzen ähnliche Formate, um Tausende Mitarbeitende standortübergreifend zu erreichen.

Externe Corporate Podcasts: OTTO, Rewe Digital & Co. als Vorbilder

Der O-TON Podcast von OTTO begleitet die digitale Transformation eines traditionsreichen Handelsunternehmens. Seit dem Start erscheinen regelmäßig Episoden, die sich an Kunden, Bewerber und die interessierte Öffentlichkeit richten.

Typische Themen:

  • Digitale Geschäftsmodelle und E-Commerce-Innovationen
  • Logistik der Zukunft: Wie funktioniert Same-Day-Delivery?
  • Diversity und Nachhaltigkeit im Konzern
  • Einblicke in Produktentwicklung und Tech-Teams
  • Geschichten von Mitarbeitenden und ihren Karrierewegen

Wirkung auf das Unternehmensimage:

Solche Podcasts modernisieren die Wahrnehmung eines Unternehmens. OTTO, lange als klassischer Katalogversender bekannt, positioniert sich als Tech-Company. Transparenz gegenüber Medien, Bewerbern und Kunden wird aktiv gefördert.

Produktionsaspekte:

  • Kleines Kernteam aus Kommunikation und Marketing
  • Zusammenarbeit mit Audio-Dienstleistern für Schnitt und Mastering
  • Einsatz von Tools wie Adobe Audition oder Reaper für die Postproduktion
  • Veröffentlichungsrhythmus: alle zwei bis vier Wochen

Empfehlung für B2B-Unternehmen:

Auch Softwareanbieter, Industriedienstleister oder Mittelständler können ähnliche Formate nutzen. Der Schritt ist kleiner als gedacht: Ein Host aus dem eigenen Haus, regelmäßige Interviews mit Kunden oder Partnern, Fokus auf relevante Branchenthemen. So wird Expertise greifbar.

Nachdem Sie nun Praxisbeispiele kennengelernt haben, widmen wir uns im nächsten Abschnitt den Branded Podcasts und deren Besonderheiten.

Branded Podcasts: Inhalte im Fokus, Marke im Hintergrund

Ein Branded Podcast ist ein von einer Marke verantwortetes Format, bei dem fachlicher oder unterhaltender Content im Vordergrund steht. Die Aufmerksamkeit der Hörer gilt dem Thema – nicht der Werbebotschaft.

Typische Themencluster

  • Ernährung: Gesunde Rezepte, Lebensmittelwissen, Tipps für den Alltag (z.B. Formate wie „Iss so” von EDEKA)
  • Nachhaltigkeit und Kaffee: Fair Trade, Anbauländer, Zubereitungsarten (angelehnt an Tchibo-Formate wie „5 Tassen täglich”)
  • Marketing-Education: Kampagnen-Analysen, Tool-Tipps, How-tos für Marketingverantwortliche
  • Gesundheit: Prävention, Mental Health, Work-Life-Balance (z.B. TK: „Ist das noch gesund?”)

Storytelling-Elemente, die funktionieren

  • Prominente Gäste oder Branchenexperten, die Glaubwürdigkeit bringen
  • Persönliche Geschichten von Leuten, die zum Thema passen
  • Interviews mit Menschen aus relevanten Bereichen oder Anbauregionen
  • Praxisnahe Tipps, die Hörerinnen und Hörer im Leben umsetzen können

Warum Branded Podcasts die Markenwahrnehmung verbessern

Studien zeigen, dass über zwei Drittel der Podcast-Hörer ihre Wahrnehmung einer Marke positiv verändern, wenn diese einen hochwertigen Podcast anbietet. Der Nerv wird getroffen: Menschen wollen keinen Werbespot, sondern Mehrwert. Ein Branded Podcast liefert genau das – und die Marke profitiert durch Assoziation.

Umsetzungstipps für Marketingverantwortliche

  • Definieren Sie ein klares Kernthema, das zu Ihrer Markenwelt passt
  • Halten Sie das Branding subtil: Logo im Cover, kurzer Claim im Intro, keine Produktwerbung in der Episode
  • Setzen Sie auf Regelmäßigkeit – Hörer erwarten verlässliche Veröffentlichungen
  • Nutzen Sie Show Notes für weiterführende Informationen, Links zu Ihrer Website oder Newsletter-Anmeldung

Beispiele aus der Praxis

Beispiel Konsumgüter: Kaffee-Podcast

Ein Kaffeeröster produziert einen Podcast rund um Fairtrade, Anbauländer und Zubereitungsarten. Gäste sind Expertinnen aus Anbauregionen, Baristas und Nachhaltigkeitsbeauftragte. Die Episoden erscheinen wöchentlich, dauern 20–25 Minuten und sind auf allen gängigen Plattformen verfügbar.

Nutzen für das Unternehmen: Positionierung als verantwortungsvolle Marke mit Expertise. Nutzen für Hörer: Wissen, Inspiration, Unterhaltung beim Kaffeetrinken.

Beispiel B2B: Online-Marketing-Podcast

Ein CRM- oder Marketing-Automation-Anbieter veröffentlicht einen Bildungs-Podcast zu Themen wie E-Mail-Marketing, Kampagnen-Analyse und Tools für die Lead-Generierung. Jede Folge liefert konkrete How-tos, die Marketingteams direkt umsetzen können.

Nutzen für das Unternehmen: Leads und Newsletter-Abonnenten durch Show Notes mit Whitepapern, Webinar-Links und Event-Hinweisen. Nutzen für Hörer: Praxisnahe Tipps, die im Business-Alltag helfen.

Mehrwert für die Zielgruppe:

  • Begleitung im Alltag: Pendeln, Sport, Haushalt – Podcasts passen in Zwischenzeiten
  • Inspiration und Weiterbildung ohne Bildschirmzeit
  • Gefühl, Teil einer Community zu sein, die sich für ein Thema interessiert

Nachdem Sie die Besonderheiten und Vorteile von Branded Podcasts kennengelernt haben, geht es im nächsten Abschnitt um Ziele, Kennzahlen und Erfolgsmessung von Corporate Podcasts.

Ziele, Kennzahlen und Erfolgsmessung von Corporate Podcasts

Ein Corporate Podcast ohne klare Ziele ist wie eine Marketing-Kampagne ohne KPIs. Definieren Sie vor dem Start, was Erfolg für Ihr Format bedeutet – und wie Sie ihn messen.

Typische Ziele:

  • Steigerung der Markenbekanntheit in einer definierten Zielgruppe
  • Erhöhung der Reichweite über bestehende Kanäle hinaus
  • Mehr qualifizierte Bewerberanfragen durch Employer-Branding-Inhalte
  • Höhere Informationsquote bei internen Podcasts
  • Positionierung als Thought Leader in der Branche
  • Besseres Produktverständnis bei Kunden und Partnern

Konkrete KPIs:

  • Downloads/Streams: Anzahl pro Episode (z.B. 1.000+ pro Folge im ersten Jahr)
  • Abonnenten: Regelmäßige Hörer (z.B. 2.500 bis Ende 2026)
  • Hördauer: Durchschnittliche Verweildauer (z.B. >60% der Episodenlänge)
  • Retention-Rate: Anteil wiederkehrender Hörer (z.B. 40% hören 3+ Episoden)
  • Website-Verweise: Klicks aus Show Notes (z.B. 100+ pro Episode)
  • Erwähnungen: In Presse, Social Media, Bewerbungen (z.B. 10+ pro Quartal)

Messbare Ziele mit Zeithorizont:

„Bis Ende 2026 bauen wir eine Community von 5.000 regelmäßigen Hörern im DACH-Raum auf und generieren mindestens 50 qualifizierte Leads pro Quartal über Podcast-bezogene Landingpages.”

Monitoring-Tools:

  • Podcast-Hosting-Statistiken (Podigee, Anchor, Podbean)
  • Spotify for Podcasters: Detaillierte Hörerdaten, Absprungraten
  • Apple Podcasts Connect: Abrufzahlen und Trends
  • Externe Analyse-Services für tiefere Einblicke

Qualitative Feedback-Kanäle:

  • LinkedIn-Kommentare zu Episode-Posts
  • Hörerumfragen nach ausgewählten Folgen
  • Interne Feedbackrunden bei Mitarbeitenden-Podcasts
  • Auswertung von Erwähnungen in Bewerbungsgesprächen oder Kundenterminen

Mit diesen Zielen und Kennzahlen im Blick, geht es im nächsten Schritt an die konkrete Planung und Produktion Ihres Corporate Podcasts.

Planung und Produktion: In 8 Schritten zum eigenen Corporate Podcast

Beim Start eines Podcasts ist eine klare Strategie bezüglich Ziele, Thema und Zielgruppe notwendig. Die Produktion eines Corporate Podcasts erfordert eine durchdachte Strategie, bei der Ziele und Kennzahlen definiert werden müssen. Für einen Podcast sollten die Interessen und Herausforderungen der Zielgruppe bekannt sein und relevante Lösungen angeboten werden.

Das Bild zeigt professionelles Audio-Equipment, bestehend aus einem Mikrofon, Kopfhörern und einem Mischpult, das für die Produktion eines Unternehmens-Podcasts verwendet wird. Diese Geräte sind essenziell für die Unternehmenskommunikation und helfen dabei, Informationen und Geschichten an die Zielgruppe zu vermitteln.

Die 8 Schritte zum eigenen Corporate Podcast

  1. Schritt 1: Strategische Grundlage
    Bevor Sie aufnehmen, klären Sie die Basics:

    • Welches Ziel verfolgt der Podcast? (Markenaufbau, Employer Branding, interne Kommunikation)

    • Wer ist die Zielgruppe? (Kunden, Bewerber, Mitarbeitende, Fachpublikum)

    • Welche Themen passen zu Ihrer Expertise und interessieren die Hörer?

    • Wie positioniert sich der Podcast gegenüber Wettbewerbern?
      Tipp: Starten Sie mit einem Workshop, in dem Geschäftsführung, HR und Marketing gemeinsam die Grundlagen erarbeiten.

  2. Schritt 2: Format- und Konzeptentwicklung
    Entscheiden Sie sich für ein Format:

    • Episodenlänge: 15–30 Minuten sind für die meisten Themen ideal

    • Frequenz: Wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich – Hauptsache regelmäßig

    • Stil: Solo, Interview, Magazin oder narrative Staffel?
      Die Themenfindung für einen Podcast kann hörerzentriert erfolgen, indem die Kunden gefragt oder Trends in sozialen Medien analysiert werden. Entwickeln Sie einen Themenplan für die ersten 10–15 Episoden.

  3. Schritt 3: Ressourcenplanung
    Klären Sie, wer was macht:

    • Internes Kernteam: Redaktion, Host, Projektleitung

    • Budget für 2025/2026: Technik, externe Dienstleister, ggf. Musiklizenzen

    • Externe Unterstützung: Konzeption, Aufnahme, Schnitt, Cover-Design
      Für einen Start reichen oft ein engagiertes Team und ein überschaubares Budget.

  4. Schritt 4: Technik
    Sie brauchen keine Profi-Ausstattung für den Anfang:

    • USB-Mikrofon (z.B. Rode NT-USB, Audio-Technica AT2020USB+): Einstieg ab 100–150 €

    • Ruhiger Raum: Teppich, Vorhänge und weiche Möbel verbessern die Akustik

    • Remote-Interviews: Plattformen wie Riverside, SquadCast oder Zencastr liefern gute Audioqualität

  5. Schritt 5: Branding & Gestaltung
    Der erste Eindruck zählt:

    • Podcast-Name: Einprägsam, thematisch passend, ggf. mit Unternehmensbezug

    • Cover: Professionelles Design mit Firmenlogo, lesbar auch als Thumbnail

    • Intro/Outro: Kurze Musik, Claim, Begrüßung – maximal 15–20 Sekunden

    • Beschreibung: Klare Erklärzeile für Podcast-Apps

  6. Schritt 6: Produktion & Postproduktion
    Der laufende Prozess:

    • Redaktionsplan: Themen, Gäste und Termine für mindestens 4–6 Wochen im Voraus

    • Aufnahme: Strukturiertes Gespräch mit Leitfaden, aber Raum für Spontaneität

    • Schnitt: Versprecher, Pausen und Störgeräusche entfernen

    • Lautstärke-Normalisierung: Damit alle Episoden gleich laut klingen

    • Korrekturschleifen: Bei sensiblen Themen Abstimmung mit Fachabteilungen

  7. Schritt 7: Distribution
    Machen Sie den Podcast verfügbar:

    • Hosting-Plattform: Podigee, Podcaster.de, Anchor – wählen Sie nach Funktionen und Preis

    • Plattformen: Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Google Podcasts

    • Website: Einbettung auf der Unternehmensseite mit Player und Show Notes

    • Intranet: Bei internen Podcasts zusätzlich über interne Kanäle

  8. Schritt 8: Launch & Promotion
    Der Start entscheidet über die erste Reichweite:

    • Teaser-Kampagne: Countdown auf Social Media, Ankündigung im Newsletter

    • LinkedIn und Instagram: Kurze Audio-Snippets, Zitate, Gäste-Ankündigungen

    • Interne Kommunikation: E-Mail an Mitarbeitende, Erwähnung in Meetings

    • Optional: Bezahlte Ads auf Spotify oder Meta zum Launch

Mit einer durchdachten Planung und Umsetzung sind Sie bestens aufgestellt, um Ihren Corporate Podcast erfolgreich zu starten. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, wie Sie Ihren Podcast vermarkten und crossmedial nutzen können.

Vermarktung, Crossmediale Nutzung und Alternative: Werbung in bestehenden Podcasts

Ein Podcast allein reicht nicht – die Inhalte müssen in bestehende Content-Strategien eingebettet werden.

Crossmediale Verwertung:

  • Blog-Artikel: Transkripte oder Zusammenfassungen der Episoden für SEO
  • LinkedIn-Posts: Kernaussagen, Zitate und Audio-Snippets für Reichweite
  • Kurzvideos: Audiogramme oder kurze Clips für Instagram, TikTok oder LinkedIn
  • PR: Zitate aus Episoden für Pressemitteilungen oder Gastbeiträge
  • Interne Nutzung: Podcast-Folgen als Lernmodule, Onboarding-Material oder Schulungsergänzung

Kooperationen und Cross-Promotion:

  • Gastauftritte in anderen Podcasts der Branche
  • Gemeinsame Episoden mit Partnern oder Kunden
  • Gegenseitige Empfehlungen in Show Notes

Alternative: Podcast-Werbung buchen

Nicht jedes Unternehmen braucht sofort einen eigenen Podcast. Wenn die Ressourcen fehlen oder das Thema zu nischig ist, können Sie alternativ oder ergänzend Werbung in bestehenden Formaten schalten:

  • Host-Reads: Der Podcast-Host spricht Ihre Werbebotschaft persönlich ein
  • Pre-Roll: Spot vor der Episode (15–30 Sekunden)
  • Mid-Roll: Spot in der Mitte der Episode (höchste Aufmerksamkeit)
  • Post-Roll: Spot am Ende

Diese Möglichkeiten eignen sich vor allem, um Reichweite schnell zu testen, bevor Sie in eigene Produktion investieren.

Quick-Win-Liste für Marketingteams 2025/2026:

  • Podcast-Episoden in mindestens zwei weitere Content-Formate verwandeln
  • Jeden Episoden-Launch mit 2–3 LinkedIn-Posts begleiten
  • Transkripte auf der Website veröffentlichen und für SEO optimieren
  • Einmal pro Quartal einen Blick auf Cross-Promotion-Potenziale mit anderen Podcasts werfen
  • Budget für mindestens eine Podcast-Werbekampagne einplanen, um Reichweite zu testen

Nachdem Sie nun wissen, wie Sie Ihren Podcast vermarkten und crossmedial nutzen, folgt abschließend ein Ausblick auf die Rolle von Corporate Podcasts als langfristiges Beziehungsmedium.

Corporate Podcasts als langfristiges Beziehungsmedium

Corporate Podcasts sind kein kurzfristiger Kampagnen-Kanal. Sie sind ein Beziehungsmedium, das über Monate und Jahre Vertrauen aufbaut. Die Person hinter dem Mikrofon wird zur vertrauten Stimme – ob das der CEO ist, der die Strategie erklärt, oder ein Host, der Kunden in die Welt des Start-ups oder des Konzerns mitnimmt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Corporate Podcast vs. Branded Podcast: Ersterer stellt das Unternehmen als Absender in den Vordergrund, letzterer fokussiert auf Themen und Nutzwert
  • Klare Ziele definieren: Markenbekanntheit, Employer Branding, interne Kommunikation – jedes Ziel braucht passende KPIs
  • Formate wählen: Interview, Magazin, Storytelling – das Format folgt der Frage, was Ihre Zielgruppe hören will
  • Produktion planen: In acht Schritten vom Workshop zum Launch
  • Langfristig denken: Erfolg zeigt sich nach 20, 30, 50 Episoden – nicht nach drei

Erfolgsfaktoren:

  • Klare Strategie und Positionierung vor dem Start
  • Konsistente Veröffentlichung – lieber monatlich zuverlässig als wöchentlich unregelmäßig
  • Authentische Hosts, die zur Unternehmenskultur passen
  • Relevanter Content für klar definierte Zielgruppen

Nächster Schritt für 2026:

Planen Sie mindestens ein Pilotprojekt mit 6–10 Episoden. So sammeln Sie Erfahrung, gewinnen erste Hörer und haben Daten für die Entscheidungen danach.

Ausblick auf Trends:

  • Mehr interne Podcasts für hybride und verteilte Teams
  • Nischenformate für Fach-Communities statt Breitenformate für alle
  • Kombination mit Video: „Vodcasts” für YouTube und LinkedIn
  • Integration in Event-Formate: Live-Aufnahmen auf Konferenzen und Messen

Corporate Podcasts bieten eine Chance, die kaum ein anderer Kanal bietet: regelmäßige, intime Kommunikation mit Ihrer Zielgruppe – ohne Ablenkung, ohne Wettbewerb um die Aufmerksamkeit auf einem Social-Feed. Nutzen Sie diese Bedeutung des Mediums. Starten Sie Ihren Podcast.

 

Veröffentlicht am: 11. Januar 2026 / Kategorien: Content Marketing, Digital Marketing, Inbound Marketing, Marketing Strategie, Podcast /

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